Domaine Enivrance

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Nicolas Pieron
Eine Philosophie der Natur im Glas

 

 

Geschichte des Weinguts

Wie ist Ihr Weingut entstanden? Wer hat es gegründet? Was waren die Beweggründe?

Nicolas Pieron – Das Weingut ist in zwei Phasen entstanden. Von 1950 bis 1975 gehörten die Weinberge Gabriel und Andrée Jaspard, die ihren Boden mit dem Pferd und der Hacke bearbeiteten. Ihr Sohn Georges hat das Gut weitergeführt, und von 2013 bis 2019 dann ihr Enkel Damien. Ich war Weinbergarbeiter auf dem Château de Vaux, dann zwei Jahre im Elsass. Wieder zurück in der Moselle war ich bei Oury-Schreiber und schließlich angestellt bei Damien. Meinen ersten Jahrgangswein „Enivrance“ habe ich übrigens bereitet, da war ich noch Angestellter, im Jahr 2019. Als Damien dann beschloss, die Tätigkeit einzustellen, habe ich seine Weinberge und seinen Weinkeller übernommen, habe ihm seine Geräte abgekauft, und am 1. Januar 2020 war die Domaine Enivrance geboren.

 

Was für eine Ausbildung haben Sie?

NP – Ich habe keine Ausbildung im Weinbau. Ich habe ein Fachabitur STAE (Wissenschaft und Technologie für Planung und Umwelt). Kurios ist: Der einzige Bezug, den ich zum Wein hatte, waren die Flaschen, die ich für 4 Euro im Supermarkt erstanden habe, um mit meinen Freunden zu feiern! Ich bin eher durch Zufall zum Wein gekommen. Auf dem Château des Vaux habe ich angefangen, weil eine Stelle frei war. Da bin ich acht Jahre geblieben und habe dort Damien Jaspard kennengelernt.

 

Weintourismus

Bieten Sie auf Ihrem Gut weintouristische Leistungen an?

NP – Letztes Jahr haben wir in den Weinbergen ein Grillfest organisiert, um nach dem Lockdown wieder mit den Leuten in Kontakt zu kommen und um Wein zu verkaufen. Wir haben eine Runde durch die Weinberge gedreht und, als wir wieder unten ankamen, den Wein zum Verkosten angeboten. Ich habe auch eine Partnerschaft mit dem „Gîte des Coquelicots“, einer Privatunterkunft in Marieulles.

 

Projekte

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft Ihres Betriebs? 

NP – Ich bin derzeit in einem biologischen Zertifizierungsverfahren und ich folge der Agroforstwirtschaft: Einfach gesagt, handelt es sich darum, Bäume in die Weinberge zu setzen, um wieder Leben in die Böden zu bringen und damit die Biodiversität zu fördern. Das kann zum Schutz gegen Hagel, Regen und Sonne dienen. Die Idee dahinter ist, sich der natürlichen Umgebung der Reben wieder anzunähern. Die Rebe ist eine Liane, eine Pflanze des Waldes, die am liebsten „ihre Füße im Schatten und den Kopf in der Sonne hat“. Ich versuche außerdem nicht mehr Gras und Kräuter zu mähen, ebenfalls um möglichst viel Leben in den Böden zu bewahren und um mehr aromatische Vielfalt in die Trauben zu bringen.
Ich möchte auch ½ ha Rotweinstöcke pflanzen, das ist aber im Moment noch nicht aktuell.

 

Aktuelle Situation

Welche Anbaufläche hat Ihr Betrieb und welche geografische Lage? 
NP – Das Weingut hat 2 ha Rebflächen, die schon bestockt waren und lange Bestand haben. Sie liegen in Vezon, am Südosthang eines Hügels oberhalb des Seille-Tals.


Sagen Sie uns etwas über Ihre Herstellung: Welche Erzeugnisse werden auf dem Gut verkauft? Wie groß ist Ihre Produktionsmenge? Wie viele Flaschen produzieren Sie?

NP – In einem guten Jahr produziere ich rund 9 000 Flaschen.
Meine Philosophie ist: Herstellung ohne Zusätze, also keine Hefen, keine Sulfite, im besten Fall 100 % reiner Traubensaft. Was mich aber nicht daran hindern wird, bei Bedarf etwas zuzusetzen, doch grundsätzlich möchte ich lieber nichts zusetzen. Diese Weine heißen ja „natürliche“ Weine.
Insgesamt habe ich neun oder zehn Jahrgangsweine, davon drei oder vier AOC-Weine.
Ich baue hauptsächlich Auxerrois (ungefähr 85 %), 10 % Spätburgunder und ein paar Prozent Schwarzriesling (nicht AOC) an.

 

Wie würden Sie die drei Weine beschreiben, die Sie ausgewählt haben? 

NP – Der erste ist „Julia“ (benannt nach meiner Frau), er wird ohne Zusätze bereitet, ein Weißwein aus 100 % Auxerrois-Trauben. Er ist zwölf Monate im alten Eichenfass ausgebaut. Zweifellos einer meiner gelungensten Jahrgangsweine.
Der zweite ist „Pinot Noir“, ganz schlicht. 100 % Spätburgunder, ebenfalls ohne Zusätze bereitet. Er wird im Tank ausgebaut, um den fruchtigen Charakter des Weines zu erhalten.
Der dritte ist der Jahrgangswein „Andrée“, zu Ehren der Frau, die die Weinberge geschaffen hat. Ich wollte gern etwas von der Geschichte der Jaspard bewahren. Andrée Jaspard hat ihr ganzes Leben lang in den Weinbergen gearbeitet, ohne sie und ihre Familie wäre ich heute nicht hier. Sie ist jetzt 90 Jahre alt, 2019 kam sie zu mir, um mir beim Etikettieren der Flaschen zu helfen. Dieser Wein ist eine Cuvée aus 90 % Auxerrois und 10 % Spätburgunder, der in den weißen Traubenmost eingegossen wurde.

Création domaine : 2020

Implantation des vignes : Vezon. Exposition sud-est.

Superficie : 2 ha

Production : 9 000 btls/an.

Cépages : Auxerrois, Pinot Noir.

Terroir : -

Autres activités : -

Certification : -

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